Meine verehrten Geschwister!
Der Prophet (s) hatte Abu Ubayda b. Dscharrah für das Eintreiben von Zakat nach Bahrain geschickt. Nachdem er seinen Auftrag beendet hatte, kehrte er nach Medina zurück. Der Gesandte Allahs hatte gerade das Morgengebet vorgebetet als er bemerkte, dass die Gemeinde zahlreicher als üblich zum Morgengebet erschienen war. Er lächelte und sagte: „Ihr habt wohl erfahren, dass Abu Ubayda aus Bahrain zurückgekehrt ist.“ Daraufhin fuhr er wie folgt fort: „Bei Allah, ich habe keine Angst davor, dass ihr aus Armut einen Schaden erleidet. Wovor ich mich fürchte, ist, dass ihr so wie die Gemeinschaften (Umma) vor uns, Wohlstand erlangt und dann miteinander wetteifert und deshalb als Resultat zunichte gehen werdet.“1
Werte Gläubige!
Sparsamkeit bedeutet, maßvoll und ausgeglichen zu handeln. Im edlen Vers bringt der erhabene Allah dieses Gleichgewicht mit folgenden Worten zum Ausdruck: „Und diejenigen, die beim Spenden weder verschwenderisch noch geizig sind, sondern zwischen diesem stehen.“2
Sparsamkeit bedeutet, Wertschätzung. Es bedeutet, sich dem Wert der im Besitz befindlichen Gaben bewusst zu sein, den eigenen Bedarf gemäß des Notwendigkeitsgrades zu decken und dementsprechend Ausgaben zu tätigen ohne dem Luxus und der Verschwendung zu verfallen.
Verschwendung dahingegen bedeutet, in einer Sache extrem zu handeln, die Möglichkeiten und Werte zu vertilgen und die Ausgaben über dem notwendigen Bereich zu halten.
Sparsamkeit ist gerechtes Handeln. Sparsamkeit bedeutet nicht, die Hilfe für Bedürftige unter den Verwandten und Nahestehenden zu unterbinden, oder den eigenen Wohlstand so zu verstecken, dass hierdurch die eigene Familie und die eigenen Kinder in Bedrängnis oder gar in Notsituationen geraten.
Meine geehrten Geschwister!
Die Gesellschaft, die heutzutage zu einem erlebnis- und tempoorientierten Leben gezwungen wird, entfernt sich jeden Tag zunehmend von der Spiritualität, die Verschwendung verhindert.
Beispielsweise durch Werbung, oder Mode werden die Menschen an unnötigen Verbrauch und an überflüssige Verschwendung gewöhnt. Dadurch entfernen sich die Menschen zunehmend von sehr vielen Auffassungen und Werten, die in der vergangenen Zeit das Leben und die Beziehungen zwischen den Menschen verschönerten. Während Werte wie Geduld, Genügsamkeit, Dankbarkeit, Freigebigkeit und gegenseitige Hilfe vergessen werden, steigen absichtliche Verschwendung, Profitsucht, Versessenheit, Neid, Missgunst und Begierden.
Vor diesen Gefahren warnt uns der Prophet wie folgt: „Schaut auf diejenigen, denen es schlechter als euch geht; schaut nicht auf diejenigen, denen es besser als euch geht. Diese Handlung ist aus Sicht der Vermeidung von Geringschätzung der Gaben Allahs noch angebrachter für euch und für eure Dankerweisung.“3
Werte Gläubige!
Sparsamkeit ist eine Verpflichtung für die Diener Allahs und eine schöne Charaktereigenschaft. Es bedeutet, dass der Gläubige nicht unbegrenzt und unverantwortlich konsumieren darf. Der Gläubige ist sich bewusst, dass sein Reichtum nicht nur das Resultat seiner eigenen Arbeit, sondern gleichzeitig ein Geschenk Allahs ist und setzt sein Vermögen daher im Sinne der Gebote Allahs ein. Der Muslim ist sich bewusst, dass Glück nur dann erlangt werden kann, wenn der Unterhalt auf erlaubtem Wege verdient wurde und dieser auch für die Bedürfnisse von Armen, Bedürftigen und Waisen verwendet wird.
Selig sind diejenigen, die den Wert der Gaben erkennen, den Dank dafür erweisen und sparsam mit diesen umgehen!
Die DITIB-Predigtkommission
1 Buhari, Rikak, 7; Müslim, Zühd, 6
2 Furkan, 25/67
3 Müslim, Zühd 9
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