MOSQ-Festival feierlich eröffnet

Das MOSQ Festival, eine Fortsetzung des Tulpenfestivals von 2022, startete mit der feierlichen Eröffnung.


Zur Eröffnung des Festivals sprachen Dr. Muharrem Kuzey als Hausherr der Zentralmoschee Köln, Volker Spelthann, Bezirksbürgermeister Ehrenfelder, Prof. Paul Böhm, Architekt der Zentralmoschee Köln, und Dr. Fritz Schramma, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Köln.

Nach einer einleitenden Koranrezitation begrüßte Herr Murat Sahinarslan, Direktor des MoscheeForums, die Redner, Besucher und Gemeinde und führte in das Programm ein.

Dr. Muharrem Kuzey hob in seiner Rede hervor, dass dieses MOSQ-Festival ein jährliches High-Light an der Zentralmoschee Köln ist: „Es ist ein Versprechen, eine Zusage, dass sich diese Moschee als Teil dieses Veedels und der Stadt Köln versteht. Dass wir uns als Zentralmoschee über das Religiöse hinaus als kulturtragender Ort verstehen und unserer Verantwortung bewusst sind. Das war und ist seit dem Bestehen dieser Moschee 1984, also seit nunmehr fast 40 Jahren, der Fall. Darin ist gelebte Nachbarschaft ein zentraler Moment. Nachbarschaft kennt weder Ethnie, noch Sprache oder Religion. Sie passiert einfach, tagtäglich und beiläufig. Sie umgibt uns und erst durch die Bewusstwerdung stellt sie eine fruchtbare Quelle für die Gesellschaft dar. Indem wir bewusst gemeinsame Momente schaffen, zusammenkommen und ein Verständnis füreinander entwickeln, erarbeiten wir alle gemeinsam die Basis für ein gedeihliches Miteinander.


Mit diesem spektakulären, kühnen und visionären Moscheebau unseres Architekten Paul Böhm ist uns mit der Zentralmoschee Köln gemeinsam etwas zukunftsweisendes gelungen. Daran hatten auch Politik und Verwaltung der Stadt Köln großen Anteil – insbesonder Herr Dr. Schramma als ehemaliger Oberbürgermeister dieser Stadt. Dafür gebührt Ihnen unser aufrichtiger Dank.“

Bezirksbürgermeister Volker Spelthann indes verwies auf den weiterentwickelten Charakter des MOSQ-Festivals, das den Bau von Brücken zwischen Kulturen in den Vordergrund stellt: „Dies ist ein wichtiges Zeichen gerade in Zeiten, in denen politische Ideen von Abgrenzung, Ausgrenzung, Nationalismus und Chauvinismus in unserer Gesellschaft, aber auch weltweit wieder Fuß fassen. Menschen offen bei Kunst, Kultur gutem Essen und Musik zusammen zu bringen, ist da ein logischer Impuls. Das Ganze geschieht über 4 Tage vor der Kulisse der Zentralmoschee. Viele Attribute sind ihr ja schon zu zugeschrieben worden. Die Offenheit, Vielfalt und Transparenz, die in diesem Gebäude angelegt ist, bringen Sie dieses Jahr wieder erneut auf die Straßen. Vielen Dank an Sie und an alle Beteiligten, die den architektonischen Wagemut mit dem sie diese Architektur verwirklicht haben. Mit ihrer Formsprache, aber auch der Lage, fordert die Moschee ja Offenheit, Transparenz und Vielfältigkeit zwangsläufig ein und ist als solche ja auch schon viel mehr Brücke, als Schneckenhaus.“

Prof. Paul Böhm, betonte ebenfalls, dass man diese Musik hört, die dieser Reichtum der Gesellschaft uns bietet, und nicht nur die Dissonanzen: „Wenngleich wir auch nicht jede Musik gleich immer schön finden müssen, sondern auch immer wieder trainieren, üben und proben müssen, bis wirklich ein wunderschönes Musikstück daraus wird. Das haben wir mit unserem Haus versucht. Wir haben versucht ein Haus zu bauen, was sowohl der muslimischen Gemeinde Kölns, der Region und Deutschlands dient. Wir haben versucht, ein Haus zu bauen, das offen ist, was transparent ist, was eigentlich die Vielfalt dieses Landes und die Vielfalt dieser Gesellschaft widerspiegelt. Wir sind eine pluralistische Gesellschaft und wir wollen, dass jeder nach seiner Façon, nach seinem Willen und nach seiner Verantwortung leben und auch eine Religion ausüben kann. Das ist eine Einladung an alle!“

Herr Dr. Schramma, ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Köln und Mitglied des MoscheeBauBeirates pflichtete den Vorrednern bei. „Sie haben alle gute Worte gefunden, und dafür vielen Dank. Lassen Sie mich aber vielleicht eine kleine Ergänzung machen Ich bin vom ersten Tag der Begegnung mit den Entwürfen – mit meinem inzwischen Freund - Paul Böhm zusammen gewesenen und haben uns den ersten Schuhkarton angesehen, den er gebastelt hat, und die weiteren Entwürfe und dann dieses prächtige Bauwerk, das heute die Stadt Köln wirklich ziert. Und ich warte auf den Moment, wo irgendjemand auf die Idee kommt, auch diese Kölner Moschee, die ja eine besondere ist, in den Rang eines Weltkulturerbes zu erheben. Dieses Zentrum der Moschee ist eben mehr als nur ein Gebetshaus. Es ist ein Kulturzentrum, es ist ein Ort der Begegnung, ein Ort des Lebens, der Gemeinschaft. Und gehört nach Ehrenfeld und gehört nach Köln. Inzwischen, nach so vielen Jahren, ist es nicht nur akzeptiert, sondern – wie ich persönlich finde- respektiert worden. Und das ist mir sehr wichtig“

Zum Abschluss wurde allen Rednern ein Foto-Druck des Fotografen Gramann, dessen Bilder in der aktuellen Ausstellung gezeigt werden, überreicht.









Das MOSQ-Festival, das anlässlich des 6-jährigen Jubiläums der Kölner DITIB-Zentralmoschee, also der Nutzungsübergabe an die Gemeinde am 9. Juni 2017, stattfindet, geht noch bis Sonntag.

Das Programm finden Sie hier:
https://mosqfestival.de/programm

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